Friedensdienst


Was, wie und warum?
Sebastian über seinen Freiwilligendienst:

Nach dem Abitur keine Zeit verlieren. Gleich studieren, möglichst schnell das Ganze und dann blitzschnell auf dem Arbeitsmarkt auftauchen.
Ohne mal über den Tellerrand geschaut zu haben. Ohne Erfahrungen gemacht zu haben, die man in Deutschland nicht machen kann. Ohne mich für eine Zeitlang sozial engagiert zu haben. So sollte es bei mir nicht aussehen.

Die Entscheidung für einen Freiwilligendienst im Ausland fiel mir nicht schwer. Im Rahmen ihres „Internationalen Friedensdienstes“ sendet die Evangelische Landeskirche in Baden jedes Jahr rund 25 Freiwillige aus. Die jungen Menschen arbeiten für zwölf Monate in Projekten in Europa, Afrika und Lateinamerika. Sie wollen nicht nur unentgeltlich mithelfen, sondern auch durch persönliche Begegnung und Miteinanderumgehen aktiv die Völkerungverständigung voranbringen. Einer davon bin ich.
Meine Arbeit ist angesiedelt bei der protestantischen „Iglesia Morava de Nicaragua“ („Herrnhuter Brüdergemeine”), der größten Kirche an der Karibikküste Nicaraguas. Von August 2004 bis Juli 2005 lebe und arbeite ich in Bilwi/Puerto Cabezas und der Region. Ich unterrichte Englisch und Geographie, arbeite am Computer, rede über Deutschland und die Welt. Lerne, wie man Kokosnüsse trinkt, von Hand Wäsche wäscht, dass man gegen Mosquitos machtlos ist. Und entdecke die Langsamkeit.

Dieser Freiwilligendienst ist als „Anderer Dienst im Ausland“ als Ersatz für den Zivildienst anerkannt. Da der Staat für die Kosten jedoch nicht aufkommt und die Ev. Landeskirche auch nicht über die entsprechenden Mittel verfügt, wird der Großteil der Kosten (für Flug, Verpflegung, Taschengeld, etc.) von einem so genannten Unterstützerkreis getragen. Da sind Leute und Institutionen, die gut finden, was ich mache und den Dienst mit ihren Spenden überhaupt erst ermöglichten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.